Benjamin ist unser Jüngster und kam vor 6 Wochen zur Welt.
Uroma Hildegard ist 87, rüstig und will 107 werden.

Das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben der Generationen nimmt die Interessen der ganzen Familie in den Blick.
Wir wollen vorhandene Angebote für Familien stärken und neue Impulse setzen.
Dafür hat der Freistaat Thüringen seine Förderung mehr als verdoppelt.

Alexander

Benjamin

Bruno

Doaa

Doreen

Heike

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Programm Familie eins99

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Die Handlungsfelder

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Gesetz und Richtlinie

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Vorleseoma Ilse gehört bei uns genauso zum Alltag wie das wöchentlich stattfindende Elterncafé. Wir sind mehr als eine Kita – wir sind ein Thüringer Eltern-Kind-Zentrum.

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Das Landesprogramm unterstützt Kindertagesstätten auf dem Weg zu Thüringer Eltern-Kind-Zentren.  Hinter diesem Konzept, steht die Überzeugung, dass ein gesundes Aufwachsen von Kindern eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtung und der Familie voraussetzt. Ein Beispiel aus dem Kindergarten Spatzennest aus dem Weimarer Land zeigt, wie die erfolgreiche Umsetzung in der Praxis aussieht.

 

Ein Kindergarten für viele

 

Thüringer Eltern-Kind Zentren sollen Kitas zu einem Schwerpunkt des Gemeindelebens machen

 

Für die Kinder des Kindergartens Spatzennest in Berlstedt steht jede Woche eine ganz besondere Stunde auf dem Programm: Dann entführen die «Vorlese-Omas» Rita Eichhorn und Beate Göbel die Kinder ins Reich der Bücher. Gemeinsam werden dann die Lieblingsbücher gezückt und zusammen geredet und geschmökert. Vor etwa drei Jahren, nach dem Eintritt in die Rente, hatten sich die beiden Damen auf eine Anzeige im Gemeindejournal beim Kindergarten gemeldet, um den Kindern ihre Passion für Bücher näher zu bringen - und etwas Konstruktives zum Leben in der Gemeinde beizutragen.

 

 

Einige hundert Meter entfernt liegt die kleine Töpferwerkstatt der Gemeinde. Einmal in der Woche bietet Andrea Nolze hier den Töpferkurs «Keramik für die Seele» an. Dann beleben rund ein Dutzend Eltern mit ihren Kindern die gut ausgestattete Werkstatt - der sechsjährige Bjarne macht dann mit seiner Mutter zusammen eine kleine Ton-Torte für seine bevorstehende Schuleinführung, während die kleine Rosa und ihre Schwester Ella Schüsseln für das morgendliche Müsli formen. Auch Andrea Nolze ist ehrenamtlich tätig und will eine Möglichkeit bieten, dass Eltern und Kinder gemeinsam etwas erleben und einen Ausgleich zum Alltag finden - und dabei vor Ort in der Gemeinde bleiben können.

 

«In unserem Fall ist es das Ziel, kulturelle Angebote für Familien vor Ort in der gesamten Landgemeinde „Am Ettersberg“ zu schaffen - ohne lange Anfahrtswege», erklärt die Leiterin des Kindergartens vom Trägerwerk Soziale Dienste Julia Schlegel. 2016 war die Idee entstanden, als erste Einrichtung im Weimarer Land bei dem Projekt «Thüringer Eltern-Kind-Zentrum» (ThEKiZ) mitzumachen, über das die Angebote finanziert werden. Mittels Flyer und Anzeigen im Gemeindejournal wurde nach Freiwilligen gesucht, die sich in die Familienarbeit einbringen wollen. «Gleichzeitig haben wir bei den Eltern in unserer Einrichtung abgefragt, welche Angebote sich die Familien wünschen würden.»

 

Auf 12 verschiedene Aktivitäten - die meisten davon außerhalb der Kindergartenzeit - ist das Projekt inzwischen angewachsen. Darunter etwa das Eltern-Baby-Turnen, ein Elterncafé, Kooperationen mit der örtlichen Seniorentagesstätte und der Kirchgemeinde oder Rückenbildungsgymnastik. In den kommenden Jahren könnten Yogakurse und Musikprojekte dazukommen. «Die Eltern-Kind-Zentren sind eine gute Möglichkeit, Familien und Menschen, die etwas zum Gemeinschaftsleben beitragen wollen, zusammenzubringen», erklärt Julia Schlegel. «Das Angebot wird gut angenommen, wir würden uns wünschen, dass das Prinzip ganz selbstverständlich wird und sich ausbreitet.»

 

 

Anders als vorher werde nicht einfach von oben Geld ausgeschüttet, erläutert Julia Hecker von der Servicestelle Thüringer Eltern-Kind-Zentren. «Alle Akteure handeln vor Ort die Verwendung der Mittel aus - je nach dem tatsächlichen Bedarf. Das ist ein ganz anderes und effektiveres Denken: Es ist deutlich näher an den Menschen und eine Riesen-Chance, dass das Geld auch vor Ort ankommt.» Aus diesem Grund sind die Schwerpunkte und Ausprägungen der Zentren auch an jedem Ort anders - je nach sozialem Raum und den dortigen Bedürfnissen. Eines Tages könnte der Großteil der rund 1300 Kindertagesstätten in Thüringen ein ThEKiZ-Standort sein - ein fernes Ziel. «Aber angesichts der Tatsache, dass das Projekt noch recht neu ist, sind wir auf einem guten Weg.»

 

In Thüringen gibt es bislang an 45 Standorten ThEKiZ-Projekte. Vom Aufbau her handelt es sich dabei um eine Art Familienzentrum mit einer Kita als Mittelpunkt, das überall in Thüringen ganz neue Arten der Zusammenarbeit und des Zusammenleben verwirklichen soll - mit dem Ziel, das Leben in den Kommunen attraktiv zu halten. Seit 2015 unterstützt das Thüringer Familienministerium die Gründung und Weiterentwicklung von Kitas zu Eltern-Kind-Zentren, das Projekt ist Teil des «Landesprogramms für solidarisches Zusammenleben der Generationen».

 

Text und Bilder: Andreas Göbel

Das Ehepaar Raabe wohnt im eigenen Haus. Dank Nachbarschaftshilfe und Unterstützung beim Einkauf kann das weiterhin so bleiben.

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Das Landesprogramm fördert Koordinierungsstellen für ehrenamtliches Engagement. Dort werden aktive Menschen vermittelt, die Anderen im Alltag helfen. Dadurch können Senior*innen in ihrer vertrauten Umgebung alt werden. Ein Beispiel aus dem Kyffhäuserkreis zeigt, wie diese Idee umgesetzt werden kann.

 

Projekt Dorfkümmerin: Eine Ansprechpartnerin für große und kleine Probleme

 

Erstmals in Thüringen hat die Gemeinde Kyffhäuserland eine »Dorfkümmerin« - das Projekt soll helfen, das Landleben attraktiv zu halten

 

Für Ines Popp, die erste »Dorfkümmerin« Thüringens, gehört das Auto zum wichtigsten Arbeitsgerät. Seit August 2018 ist sie in der Gemeinde Kyffhäuserland unterwegs, um den Einwohnerinnen und Einwohnern ganz unkompliziert mit Rat und Tat zur Seite zu stehen - keine leichte Aufgabe bei einer Gemeinde, deren rund 4000 Bewohnerinnen und Bewohner in acht verschiedenen Ortsteilen leben: »Im Büro verbringe ich kaum Zeit - meistens bin ich unterwegs«, erklärt sie beim Einsteigen.

 

Das Bild zeigt die Dorfkümmerin Ines Popp auf dem Dorfplatz der Gemeinde Kyffhäuserland. Im Hintergrund ist die Dorfkirche zu sehen. Bild: Andreas Göbel

Dorfkümmerin Ines Popp, Bild: Andreas Göbel

 

Seit August 2018 ist Ines Popp nun als Dorfkümmerin unterwegs, vorerst zehn Stunden im Monat. Die ersten Wochen verbrachte sie damit, sich bei den Seniorengruppen, Kindergärten und anderen Einrichtungen vorzustellen und das neue Angebot präsent zu machen. »Viele finden die Bezeichnung »Dorfkümmerin« anfangs etwas seltsam - aber wenn man genauer darüber nachdenkt, trifft es die Sache sehr genau«, erklärt sie.

 

Anruf genügt

 

Ob als Unterstützung bei Kindergartenprojekten, Planung von Feiern für Seniorinnen und Senioren, Hilfe beim Ausfüllen von tückischen Formularen oder einfach als Kummerkasten: Wer immer Hilfe benötigt, kann bei Ines Popp anrufen. »Oft geht es darum, einfach mal zuzuhören und zu zeigen, dass jemand da ist, den man ansprechen kann«, erzählt sie. »Oder jemanden mal mit dem Auto zu einem Termin bringen.« Wenn tiefergehende Hilfe - wie etwa bei der Pflege - benötigt wird, vermittelt sie die richtigen Ansprechpartner in der Gemeinde.

 

»Eine sehr gute Idee«, findet auch Ritta Landes, eine gebürtige Steinthalebenerin. Bei der von Ines Popp organisierten Weihnachtsfeier für rund 100 Seniorinnen und Senioren hatte die Autorin ihre aktuellen Buchprojekte vorgestellt - über lokale Themen wie einen Bomberabsturz im zweiten Weltkrieg oder Erinnerungen an das Dorfleben von der Steinthalebenerin Marlis Bullin. »Gerade ältere Menschen werden heutzutage auf den Dörfern leicht abgehängt«, erklärt sie.

 

Das Bild zeigt Dorfkümmerin Ines Popp im Gespräch mit einer Seniorin an deren Wohnzimmertisch. Bild: Andreas Göbel

Dorfkümmerin Ines Popp im Gespräch mit Ritta Landes aus Steinthaleben, Bild: Andreas Göbel

 

In vielen Orten sei die Ortsgemeinschaft weggebrochen. Wer kein Auto habe, habe kaum Anlaufpunkte. »Ein Ansprechpartner, wo man auch mal sein Herz ausschütten oder unkompliziert Hilfe bekommen kann, ist da sehr wichtig.« Der nächste wichtige Termin steht auch schon auf dem Programm von Ines Popp: Die Planung einer Feier zum Frauentag.

 

Hemmschwelle noch hoch

 

Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Landesprogramms »Solidarisches Zusammenleben der Generationen«. Für den Kyffhäuserkreis als Modellregion ist es ein wichtiger Baustein, um das Leben auf dem Land attraktiver zu machen. »Wir wollen ein niederschwelliges Angebot bieten, um die Menschen auf dem Land zu unterstützen«, erklärt Andreas Blume vom Jugend- und Sozialamt. »Zudem erhalten die Dorfkümmerer sehr gute Einblicke, was vor Ort wirklich gebraucht wird, wo Bedarf ist.«

 

Auch Knut Hoffmann, der Bürgermeister des Kyffhäuserlands, verspricht sich einiges vom Projekt aus dem Landesprogramm Familie, für das im Jahr 2019 im Landeshaushalt erstmalig 10 Millionen Euro bereitstehen: »Solche Modelle können wichtige Bausteine sein, um ländliche Regionen lebenswert zu halten.« Damit werde die Nische abgedeckt, die zwischen Verwaltung und Vereinsarbeit besteht - eine Hilfe bei den kleinen, alltäglichen Problemen der Menschen. »Bei manchen ist die Hemmschwelle noch recht hoch, einfach anzurufen«, ergänzt Ines Popp. »Aber das ist bei Dingen, die es so vorher noch nie gab, kaum verwunderlich.« Neue Konzepte müssten sich eben erst herumsprechen. »Von der Rückmeldung bisher bin ich aber sicher, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.«

Ganz sicher kennen wir nicht alles, was unser Ort zu bieten hat. Familienprofis und Familienwegweiser bündeln Angebote und machen diese sichtbar. Lina, Papa Stefan und Oma Hildegard erfahren nun nicht mehr zufällig davon.

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Das Landesprogramm fördert bessere Beratung und Auskünfte in der Kommune. Das Zusammenfügen der Informationen über Kulturveranstaltungen, Freizeitzentrum, Tanzkurse oder Öffnungszeiten von Sportstätten macht das Leben für Familien einfacher.

Nachmittags bauen und basteln Lina und Jonas im Familienzentrum. Heute repariert Opa Bruno mit ihnen das kaputte Fahrrad.

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Das Landesprogramm fördert ehrenamtliche Betreuungsangebote. Dadurch können Jung und Alt im Mehrgenerationenhaus gemeinsam Hausaufgaben machen, spielen und lachen. Auch für Opa Bruno ist es wichtig, dass er noch gebraucht wird.

Helga ist Busfahrerin und seit kurzem in Rente. Dank ihr sind unsere Besorgungen kein Problem mehr.

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Das Landesprogramm fördert ehrenamtlich betriebene Nahverkehrsangebote. So erreichen Rentner*innen leichter benachbarte Ortschaften. Sie können Bekannte besuchen, ins Theater gehen oder einkaufen.

Unser Papa arbeitet jetzt auch von Zuhause. Dadurch muss er nicht mehr so lange pendeln und hat mehr Zeit für uns. Seine Chefin ist mit seiner Arbeit sehr zufrieden.

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Das Landesprogramm fördert die Beratung von Unternehmen in Sachen Arbeitszeitgestaltung. Von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen profitieren sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer*innen.

Benjamin und Oma Ursula pflanzen Tomaten an. Vor ihrem Haus gibt es nun eine grüne Oase. Sie dient der Erholung und verschönert den Stadtteil.

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Das Landesprogramm fördert Gemeinschaft. In einem Stadtteilgarten können alle Generationen zusammen gärtnern, schwatzen und grillen. Benjamin gräbt den Boden um und lässt sich die Tomaten schmecken. Oma Ursula genießt die Sonne.

 

Wir sind Kümmerer für unseren Stadtteil oder unser Dorf. Wir ­helfen bei der Kinderbetreuung und organisieren Veranstaltungen im Begegnungszentrum.

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Das Landesprogramm fördert Angebote zur Begegnung, zur Hilfe und zur Unterstützung der eigenen Aktivität. Menschen kommen so zusammen, tauschen sich aus und knüpfen neue Kontakte. Gemeinsam mit Gleichgesinnten organisieren sie Kurse oder Vorträge.

Auf die Menschen abgestimmte Zeiten schaffen Freiräume für die ganze Familie. Der Schulschluss der Grundschule wird mit den Sportangeboten synchronisiert. Auch der Bus fährt passend.

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Das Landesprogramm fördert die Einrichtung von Zeitbüros. Bisher gab es kaum Abstimmungen von Zeiten unterschiedlicher Institutionen und Angebote. Ein Zeitbüro bündelt das nun. Dies steigert die Alltagsqualität der ganzen Familie.

Das Landesprogramm stärkt das Zusammenleben der Generationen.
Bringen auch Sie sich ein!